Home » Google » Könnte es bald vorbei mit Google sein?

Könnte es bald vorbei mit Google sein?

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (2 Stimmen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...

Google Sprachsuche

Seit einiger Zeit beschäftigt mich das Thema Google. Ich habe den gigantischen Aufstieg der Suchmaschine miterlebt und mit jedem Google Update gehofft und gezittert, dass meine Seiten nun besser gefunden werden. Mit der Zeit wurde jedoch für mich als kleiner Webseitenbetreiber das Leben mit Google immer schwerer. Auch die Werbeeinnahmen brechen durch den Wandel von Desktop zu Mobile immer mehr weg. Aber ich will nicht darüber jammern, die gleichen Probleme haben auch noch viele andere und Google selber ja auch.

Wo wir schon beim eigentlichen Thema dieses Beitrags wären. Könnt Ihr Euch eine Welt ohne die bekannte Google-Suche mit den vielen Werbelinks oberhalb der Suchergenisse, die nicht immer als solche zu erkennen sind am Anfang, überhaupt noch vorstellen?

Um ehrlich zu sein, scheint mir das Ende von Google schneller näher zu kommen, als wir alle denken.  Der Grund für meine Einschätzung ist, das Geschäftsmodell von Google selber. Zwar war der Umsatz aus den Google-Werbeeinnahmen für Menschen unfassbar groß, 2017 waren es über 95, 38 Milliarden US-Dollar.

Infografik: Das Werbeduopol | Statista

Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Die obige Grafik ist jedoch unvollständig. Besser ist die Infografik, die ich auf Kress.de entdeckt habe.

Sie zeigt schon einen leichten negativ Trend für Google. Facebook scheint hier der größte Nutznießer der Entwicklung zu sein. Alle  Werbeanbieter in der westlichen Welt  erwarten für 2019 ein Wachstum bei den Werbeumsätzen, nur Google scheint zum ersten mal Umsätze einzubüßen.

60 % der Google-Webebudgets werden gerade zu Amazon umgeschichtet!

Dass die Werbeeinnahmen derzeit Google wegbrechen mag auch an der Erkenntnis liegen, das Amazon die bessere Produktsuchmaschine ist. Über 90 % der Suchen auf Amazon münden in einen Kauf, schreibt derstandard. Auf Onlinemarketing.de wird berichtet, dass bis zu 60 % der Werbebudgets der Werbetreibenden auf Google zu gunsten Amazon verschoben werden. Was für Amazon nur ein nettes Zubrot ist, ist aber für Google alles.

Wir erleben gerade eine Entwicklung vom Anfang des Ende von Google. Neben diesen harten Fakten, kommt noch eine weitere Entwicklung hinzu, die Google selber mit vorantreibt. Der Suchkonzern sägt quasi an seinem eigene Ast auf dem er sitzt. Ich meine damit die Sprachsuche. Bedenke, Google lebt von Werbung die geklickt wird, in einer Welt in der aber eine Webseite weniger wichtig wird, weil zum Beispiel, Sprachassistenten gesuchte Antworten geben, wird es immer weniger wahrscheinlicher, das jemand auf Werbung klickt.

Warum Webtexte in die Nische verschwinden werden

Die oben gezeigte Entwicklung, sollte so ziemlich jeden Webseitenbetreiber in reger Aufregung versetzen. In Deutschland  allgemein erlebe ich,  und selbst in meiner online-affinen SEO-Branche, eine Naivität und Google-Gläubigkeit, die nicht zu überbieten ist. Das Web wird sich meiner Ansicht nach in den nächsten 5 Jahren radikal verändern. Informationen werden allgegenwärtig abrufbar sein. Produktsuchen finden primär auf Amazon statt, weil es so einfach und bequem ist, nicht weil es günstig ist.

Die Desktop-Suche findet eigentlich schon jetzt primär nur an Arbeitsplätzen statt. In der Freizeit finden sie auf Smartphones immer und überall statt. Aber auch hier geht der Trend zu immer kleineren Geräten. Die Nutzerinteraktion wird sich mehr den menschlichen Möglichkeiten anpassen. Neben Gestensteuerung, wird die Sprache das primäre Interface zwischen Mensch und Maschine werden. Ganz einfach weil die Informationsdichte pro Zeiteinheit sehr viel größer ist als bei Text. Aktuell fragen die Fachleute immer noch  nach dem „warum“  der Sprachsprachsteuerung? Wo doch die Frage nach dem, „warum noch“ Text, sehr viel aufschlussreicher ist.  Texte wird es weiterhin geben und wichtig bleiben. Damit wir uns nicht falsch verstehen. Jedoch wird die Notwendigkeit in jeder Situation, infrage gestellt.  Text ist bei allen Privacy-Themen unschlagbar praktisch. Das war es dann aber auch schon. Denn selbst komplexe Sachverhalte werden nur optimal durch ein Zusammenspiel von Audio-Visuellen Inhalten  dargestellt. Die reine Textform ist auch hier eher die zweite Wahl.

Die Suche im Web wird an diversen Stellen immer unnötiger werden. Wenn zum Beispiel Onlineshops anfangen mit Chatfenstern, in den entweder Chatbots oder echte Menschen,  auf die Fragen der Nutzer direkt eingehen, eliminiert das die Notwendigkeit einer Suche.  In China finden Onlinetransaktionen primär über Messenger statt, da ist selbst eine Webseite nicht mehr nötig.

Die Zukunft des Onlineshoppings ist da – sie muss nur umgesetzt werden

Alexa als Sprachassistent ist erst der Anfang für die Käufe auf Zuruf, wo selbst  Chats überflüssig werden. Ich selber nutze Alexa für bestimmte alltägliche Artikel, die ich kenne und immer wieder kaufe. Aber durch Geräte wie dem Echo Show, könnte ich mir auch sprachgesteuerte Shops vorstellen. Eine Ausblick auf solch einen komplett sprachgesteuerten Onlineshop, habe ich in Berlin auf einer Amazon Alexa Developer Veranstaltung gesehen. Dort hat ein spanisches Entwicklerteam der Mode-Marke Zara, ihren ersten mit Alexa Sprachgesteuerten Onlineshop für den Echo Show vorgestellt.

Dies war gleich auf mehreren Eben für mir total erleuchtend. Erstens, das Entwickerlteam,war eigentlich kein Team aus Entwickler im Sine von Programmierer, sondern Onlinemarketer, die spezielle Tools  genutzt haben, vergleichbar mit einem WYSIWYG Editor, nur eben für die Sprachsteuerung. Zweitens, Ihre „Voice App“ war für den Echo Show optimiert, das ist ein sprachgesteurtes Gerät mit Bildschirm. Als Nutzer konnte man einfach nach einer „weißen Damen Hose“ von Zara fragen und die Hose wurde prompt auf dem Schirm dargestellt. Man stelle sich vor, es war kein Megamenü oder gar eine Eingabe in einen Suchschlitz nötig. 😀 Der Nutzer konnte sich ein Bild von der Hose machen, sie drehen wenden, die Farbe und Größe ändern und bei Gefallen einfach kaufen. Drittens, dieser Shop machte einen klassischen Onlineshop als Webseite komplett überflüssig. Viertens, er war kein Bestandteil des Amazon Shop, bot aber den gleichen Komfort via Amazon Pay, wo die Nutzer sich nicht mehr neu registrieren müssen, da Amazon ja schon alle relevanten Kundendaten, dem Händler übermittelt. Der Shop könnte mit Leichtigkeit zu einem aktiven Modeberater erweitert werden, der lernt, und auf die Kundenbedürfnisse noch besser eingehen kann, als jeder Verkäufer es könnte.

Bei all diesen Entwickelungen findet genau was nicht statt? Die relativ dumme Suche mit ihren 10 blauen Links als Suchergebnissen.