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WolframAlpha: Ein Wissenschaftler in jeder Hosentasche

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Es gibt wieder mal etwas neues zum WolframAlpha Projekt, worüber ich erst letzten Monat berichtet habe. Das Entwickler Team von Stephen Wolfram, hat mir eine E-Mail mit einem  Link zu einem wirklich interessanten Artikel von Rudy Rucker gesendet, welcher unter anderem ein Interview mit Stephen Wolfram als Podcast beinhaltet. Der Autor des Artikels ist ein US-amerikanischer Mathematiker und Science-Fiction-Autor, der zum Cyberpunk-Genre gerechnet wird. Mehr zu Rudy Rucker findet ihr in der Wikipedia.

Er beschreibt in dem Artikel, dass Stephen Wolfram bisher dreimal, ihn in seinem Leben beeinflusst hat, und nun ein viertes mal mit seinem neuen Projekt WolframAlpha.  Rucker berichtet auch von einer neuen Art von Wissenschaft, von der ich bis heute noch nichts wußte. Stephen Wolfram nennt sie selber „a new kind of science“, oder kurz NKS. Das NKS-System basiert auf der Beobachtung, dass alle Prozesse, die wir in der Natur vorkommen,  eine Berechnung ist, der eine sehr einfache Regel zugrunde liegt. Es gibt sogar eine kostenlose online Version von Stephen Wolframs Buch „A new Kind of science„.

Nach diesem Prinzip soll auch WolframAlpha funktionieren. Sein Projekt ist also nicht wirklich eine Suchmaschine, da sie die Antworten selbst berechnet und nicht die Inhalte im Web indiziert und bewertet. Er erwähnt, dass wenn überhaupt, WolframAlpha, eine platonische Suchmaschine sei.

Natürlich sei sie vom Design her einer konventionellen Suchmaschine nicht unähnlich, aber dennoch von der Konzeption komplett anders. Man gibt seine Frage einfach in den Suchschlitz  ein, und die Antwort erscheint ein oder zwei Sekunden später, als eine Seite mit Text und Grafiken unter dem Eingabefeld. Was passiert nun hinter den Kulissen? Anstatt die Antwort auf der Frage aus einem Index von Webdokumenten zu bilden, versucht WolframAlphah den Sinn zu verstehen. Es  sichtet die erforderlichen Daten zur Beantwortung der Frage und berechnet eine Antwort. Danach entwirft es eine Seite und sendet diese  zurück auf an den Computer.

Welche Abfragen WolframAlpha verarbeiten kann

Rudy Rucker gibt im Artikel noch drei Beispiele für Anfragen an WolframAlpha. Das erste Beispiel lautet:

Wenn die Abfrage, „26.03.2009 + 90 Tage lautet“ erhält man eine Seite mit dem Datum 90 Tage in der Zukunft, also 24.06.2009.

Oder:

Wenn man „mt. Everest Höhe Länge der Golden Gate „erhält man eine Seite mit der die Höhe des Mount Everest als ein Vielfaches der Länge der Golden Gate Bridge.

Als letztes Beispiel und für mich wichtigste Abfrage nennt er folgende:

Wenn man  „Temperatur in Los Gatos“ eingibt, erhält man  die aktuelle Temperatur, eine Grafik der Temperaturen der letzten Woche mit den Prognosen für die nächsten Tage, und ein Diagramm der Temperaturen im Laufe des letzten Jahres.

Und genau bei diesen Fragen wird es nun richtig interessant.  Meine erste Anfrage würde lauten, „wie sich der Google Aktienkurs in den nächsten 12 Monaten entwickelt.“  😀

Weiter unten im Rucker Artikel wird erwähnt, dass Stephen Wolfram auf keinen Fall seine „platonische Suchmaschine“ verkaufen wird, besten Falls könne er sich Partnerschaften und Lizenz Deals vorstellen auch eine API hält er für möglich. Er selber sieht sein Projekt als langfristiges an, und möchte es als Krönung seiner New Kind of Science Theorie (NKS) verstehen.
Die eigentliche Gesellschaftlichebedeutung von WolframAlpha wird im letzten Zitat im Schluss des Artikels  klar.

As Wolfram|Alpha comes into widespread use, Stephen believes €œIt will raise the level of scientific things that the average person can do.  People will find that the world is more predictable than they might have expected.  Just as running Google is like having a reference librarian to help you, running Wolfram|Alpha will be like having a house scientist to consult for you.€

Gut 11 Jahre ist es her, da haben zwei Akademiker von Stanford die Welt mit ihrer Suchmaschine revolutioniert. Ich möchte noch dazu bemerken, 11 Jahre sind im Digitalenzeitalter eine Ewigkeit. Nun schickt sich eine wissenschaftliche Kapazität auf dem Gebiet der Mathematik an, und will noch einmal unsere Gesellschaft verändern. Mit der Maxime alles sei in unserer Welt auf einfachsterweise berechenbar und in mathemathischer Ausdrucksweise codier- und berechenbar, soll WolframAlpha den Weg  in das Web 3.0 ebnen.

Ich bin schon jetzt auf diesen Mai gespannt, denn wenn WolframAlpha wirklich das verspricht, was Rudy Rucker und Stephen Wolfram behauptet, wird es die Erfindung des Jahrtausends und der Beginn der  künstlichen Intelligenz auf humanoiden Niveau.

Zum Abschluss möchte ich noch einen Science-Fiction Film mit den Titel Colossus, empfehlen. Es gibt aber auch eine Youtube Version mit mehreren Teilen  von diesem Film. 😉

Colossus – The Forbin Project

[youtube kQjebwUrhvc]

Die Ähnlichkeit zu dem WolframAlpha Projekt finde ich schon ein wenig erschreckend und fantastisch zu gleich.

3 Kommentare

  1. 15. April 2009 um 08:41 — Antworten

    The next big thing:
    http://tinyurl.com/c2gdzo

  2. 15. April 2009 um 23:09 — Antworten

    Ola!

    *mistundverflucht* Jetzt hast Du mich mit Deinem Filmtipp doch glatt zwei Stunden von der Arbeit abgehalten…

    Viva la Nachtschicht!
    Steffen

  3. 16. April 2009 um 08:23 — Antworten

    Ich hoffe, der Film hat Dir gefallen?

    😀

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