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Wie geht es weiter mit Augmented Reality?

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Wie geht es weiter mit Augmented Reality

Augmented Reality (oder auf gut deutsch erweiterte Realität) ist in kleinem Maße längst im Alltag angekommen. Die computergestützte Erweiterung der menschlichen Wahrnehmung ist seit den Anfängen der modernen Computertechnologie in den 60er Jahren ein Thema der Forscher gewesen, aber erst immer größere Speicherleistungen von Rechnern sowie schnellere Sensoren haben im vergangenen Jahrzehnt zu praktischen, mobilen Anwendungen geführt. 

Vor allem im Gamingbereich ist Augmented Reality gefragt, aber auch jenseits von Handys und Spielekonsolen ist die Einblendung von zusätzlichen Bildern und Informationen über Sensoren und eine spezielle Brille begehrt. 

Hochkarätige Fußballspiele sind ein Einsatzgebiet. Statt sich auf sein Augenmaß zu verlassen und endlose Debatten über mögliche Abseitssituationen zu führen, ermöglicht erweiterte Realität das Einblenden gedachter Linien auf dem Bildschirm und so eine Klärung der Lage. Der deutsche Rekordmeister Bayern München hat als erster Verein in der Bundesrepublik schon früh das Potenzial von Augmented Reality erkannt und 2017 eine AR-Funktion in die offizielle Vereins-App integriert, mit der sich die Bayern-Spieler per Smartphone-Kamera auf jeden beliebigen flachen Untergrund projizieren lassen.

Zu verdanken ist ein Großteil des neuen Interesses an Augmented Reality dem Smartphone-Spiel „Pokemon Go“.

Die kleinen Taschenmonster, die mit „Meisterdetektiv Pikachu“ inzischen sogar zu Filmstars geworden sind, gibt es auf Ninento-Spielekonsolen bereits seit 1996. Die kleinen Wesen mit den ausgefallenen Namen verfügen über verschiedene Eigenschaften und kämpfen mit Vorliebe untereinander – und das in mittlerweile mehr als 700 Games.

Was „Pokemon Go“ im Sommer 2016 zum bahnbrechenden Ereignis gemacht hat, war die Kombination aus Handy, GPS und Erweiterter Realität. In dem Spiel geht es darum, die Monster zu fangen, zu trainieren und gegeneinander kämpfen zu lassen. Doch zuerst müssen sie gefunden werden. Weil die Pokemons sich an realen Orten verstecken und nur dann auf dem Handy-Bildschirm auftauchen, wenn sich der Spieler tatsächlich in der Nähe befindet, haben die größten Fans sogar weite Reisen angetreten, um alle Pokemons zu fangen. Dafür snd Pokebälle erforderlich, die das Monster treffen müssen, ehe es in eine Arena geschickt und trainiert werden kann.

Allein bis zum Jahr 2018 wurde „Pokemon Go“ mehr als 800 Millionen Mal heruntergeladen. Im Gegensatz zu anderen Spielen, die genauso beim Pendeln wie auf dem heimischen Sofa gespielt werden können, müssen sich die „Pokemon Go“-Zocker tatsächlich im Freien aufhalten und sich bewegen – mobiler geht ein Spiel kaum.

Weil der Erfolg bewiesen hat, wieviel Spaß Erweiterte Realität auch auf einem kleinen Bildschirm bedeuten kann, hat sich vor allem die Gaming-Branche der Idee angenommen. Das gilt sogar für Live-Casinos, die an manchen Tischen statt Avataren Kartendealer aus Fleisch und Blut mit Hilfe von AR aus verschiedenen Blickwinkeln auf dem Bildschirm einblenden. Eine Zukunftsidee ist es, auch andere Spieler in echt strömen zu können und das Spiel so noch realistischer zu machen.

Die Klassiker unter den AR-Spielen sind allerdings noch immer diejenigen, die wie „Pokemon Go“ Spielinhalte mit der echten Umgebung verknüpfen. Dabei sind auch Zeitreisen möglich, wie bei „Knightfall AR“, die den Spieler in die mittelalterliche Welt der Tempelritter entführten. Um den heiligen Gral zu verteidigen, müssen etliche Schlachten überstanden werden. Die Handykamera wird dabei zur Schnittstelle, um virtuelle Gegenstände auf horizontale Flächen zu projizieren. Bei „Harry Potter: Wizards Unite“ geht es darum, versehentlich in der realen Welt gelandete magische Objekte, Menschen und Tiere vor Ort zu entdecken und wieder in ihre Zauberwelt zurück zu befördern.

Auch beim Shopping wird immer mehr Erweiterte Realität eingesetzt. Einer der Vorreiter ist das Einrichtungsunternehmen Ikea, das es mit seiner App ermöglicht, Produkte maßstabsgetreu virtuell in die eigenen vier Wände zu bringen, um zu sehen, ob sie dorthin passen. Alles, was außer dem Handy benötigt wird, ist eine entsprechend große freie Fläche.

Beim Lernen kommt die Technologie ebenfalls zum Einsatz. Als App herunterladbar ist zum Beispiel der „GeoGebra 3D Grafikrechner“, der unter anderem dreidimensionale Funktionsgraphen und Flächen zeichnen und beliebige geometrische Formen darstellen und in der Luft schweben lassen kann.

Wer im Ausland unterwegs ist, ohne die Landessprache zu beherrschen, kann sich über eine Handy-App Übersetzungen einblenden lassen, wenn die Kamera etwa auf ein Straßenschild oder eine Speisekarte gerichtet wird.

Doch erweiterte Realität hat noch viel mehr Potenzial. Polizei und Feuerwehr, die sich heute mit Headsets für virtuelle Realität auf Einsätze vorbereiten, hoffen, in der Zukunft mit Hilfe von AR-Brillen Echtzeit-Informationen zu bekommen, ehe sie etwa in ein brennendes Haus gehen.

Mediziner und Patienten profitieren schon heute von der Technologie. In der Chirurgie können die Daten von MRT- und CT-Scans in ein AR-Headset eingegeben werden. Die dadurch gewonnenen Bilder der spezifischen Anatomie des Patienten können dann auf den Körper projiziert werden, um Entscheidungshilfen zu geben, wenn es etwa um Schnitte mit dem Skalpell geht. Patientendaten während der OP können ebenfalls auf dem Headset eingeblendet werden.

Auch in der Ausbildung ist die Technologie nützlich. Interaktionen und Behandlungen lassen sich simulieren.

Datenbrillen in der Architektur, auf dem Bau oder in Fertigungshallen können die Arbeit schneller, effizienter und besser machen, wenn etwa der Bauplan mit Hilfe der Brille dem Werkstück überlagert werden kann. Das Ganze gilt als wichtiger Bestandteil der Industrie 4.0, wie die Digitalisierung der Produktion genannt wird. Einfach ausgedrückt geht es dabei um Vernetzung und Datenaustausch, und um Selbststeuerung von vernetzten Maschinen.

Dabei werden enorme Datenmengen produziert – für einen Computer nicht unbedingt ein Problem, aber für einen Menschen unfassbar. Erweiterte Realität ermöglicht es, die relevanten Daten zu einem konkreten Problem zu konzentrieren und darzustellen, und wenn es nur darum geht, wo und wie am Besten eine letztminütige Änderung an einer Fahrzeugkarosserie vorgenommen werden kann.  

Die Branche wächst. Im kommenden Jahr werden im AR-Gerätemarkt bereits Umsätze von mehr als einer Milliarde Euro erwartet. Nicht nur aus der Gamingwelt ist die erweiterte Realität nicht mehr wegzudenken. 

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