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Der Fall der Mauer ist wichtiger als Barack Obama

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Millionen vor Ort, Millionen vor den Fernsehschirmen, Millionen im Netz €“ Das Interesse an der Amtseinführung des 44. Präsidenten der USA sucht seines Gleichen, verursachte Datenübertragungsrekorde weltweit, und selbst der Bericht über den zweiten Anlauf zur Vereidigung verzeichnete auf der Yahoo! Homepage (www.yahoo.de) Klickzahlen der Superlative. Nur wenige Tage nach Amtsantritt schafft es Barack Obama nun auch bereits in die Liste der bedeutendsten Ereignisse der letzten Jahrzehnte, wie eine Online-Umfrage unter Tausenden Nutzern auf Yahoo! Nachrichten in Deutschland zeigt. Dennoch muss er sich hier mit Platz drei begnügen, denn für nahezu jeden dritten Umfrageteilnehmer in Deutschland steht fest: Der Fall der Berliner Mauer 1989 hat die Geschichte am deutlichsten geprägt und steht damit an der Spitzenposition, gefolgt vom 11. September 2001.

Aus gegebenem Anlass rief Yahoo! Deutschland seine Nutzer zwischen dem 21. und 26. Januar zur Stimmabgabe auf, und knapp 50.000 sind gefolgt: €žWelches war das einprägsamste Ereignis der letzten Jahrzehnte?€œ. Der jüngste Machtwechsel in den USA gehört für 13 Prozent der Teilnehmer auf jeden Fall dazu. Damit landet der Präsident bereits innerhalb der ersten Woche nach seinem Amtsantritt auf Platz 3. Das einprägsamste Ereignis der Nachkriegszeit ist mit 30 Prozent allerdings der Fall der Berliner Mauer 1989. Auf Platz 2 steht mit 26 Prozent ein tragisches Ereignis, das ebenfalls weltweit die Menschen bewegte: die Terroranschläge in New York am 11. September 2001.

Am wenigsten nachhaltig beeindruckt haben laut der Yahoo!-Umfrage der erste Wimbledon-Sieg von Boris Becker 1985: Hielten damals noch Millionen vor den Bildschirmen den Atem an, als der Deutsche über den Rasen jagte und damit einen in der Bundesrepublik nie dagewesenen Tennis-Boom auslöste, wählen heute gerade mal ein Prozent Beckers sportliche Höchstleistung als einprägsamstes Ereignis. Doch auch €žKönig Fußball€œ kann hier nicht wirklich punkten: Der Sieg der deutschen Nationalmannschaft in der Schweiz 1954, der als €žWunder von Bern€œ in die Geschichte einging, ist nur für zwei Prozent heute das Ereignis Nummer 1. Und auch der deutsche Papst vermag nicht mehr Wähler für sich zu mobilisieren €“ mit einem Ergebnis von ebenfalls nur zwei Prozent scheint der Ausruf €žWir sind Papst€œ von BILD bei den Deutschen im Vergleich einen weniger bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben.

Statt sportlicher Glanzleistungen und der Besetzung hoher kirchlicher „mter bewegen vielmehr die ersten Schritte auf dem Mond (9 Prozent), die Neil Armstrong als erster Mensch 1969 unternahm, wie auch die atomare Katastrophe von Tschernobyl (7 Prozent) auch heute noch die Gemüter €“ dicht gefolgt von der verheerenden Flutwelle im Indischen Ozean im Dezember 2004 (6 Prozent) und der Ermordung John F. Kennedys (4 Prozent).

Auch in Großbritannien musste sich Barack Obama erneut zur Wahl stellen und auch dort hat es nicht für einen Sieg gereicht €“ mit 15 Prozent der über 100.000 Yahoo!-Nutzer, die sich dort an der Umfrage beteiligt haben, hat es der Amtsantritt immerhin auf Platz 2 geschafft. Doch steht für die Briten der Spitzenplatz eindeutig fest: Die absolute Mehrheit €“ mehr als 50 Prozent €“ wählte die Terroranschläge auf das World Trade Center in New York zum bedeutendsten Ereignis. Aber auch hier hat ein Vorfall im eigenen Land besonders bewegt: der tragische Unfall von Lady Diana, den 14 Prozent der teilnehmenden Nutzer auf Platz 3 wählten. Doch schon an vierter Stelle richten 11 Prozent der britischen Umfrageteilnehmer ihren Blick nach Deutschland: Der Fall der Berliner Mauer hat auch hier bleibenden Eindruck hinterlassen.

€žDie deutschen Nutzer von Yahoo! haben zweifelsohne viel über Obama gelesen, und die Geschehnisse sehr intensiv verfolgt. Dennoch ist es ein nationales Ereignis, das ihnen am bedeutendsten erscheint€œ, kommentiert Andreas Krawczyk, Chefredakteur bei Yahoo! Deutschland. €žWenn nach mehr als 28 Jahren Mauern fallen, wird eben Geschichte geschrieben und das weit über alle Grenzen hinweg.€œ

Die Umfrage wurde im Zeitraum vom 21. bis 26. Januar auf Yahoo! Nachrichten geschaltet, 49.314 Nutzer haben sich beteiligt.


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12 Kommentare

  1. Marion
    29. Januar 2009 um 19:01 — Antworten

    Ich versteh gar nicht, warum es so wichtig für die Leute war die Amtseinführung zu sehen. Was ist daran so besonders? Bei Bush hat auch niemand vor dem Fernseher gesessen.
    Nunja.. ich hab jedenfalls was besseres zu tun gehabt als vor dem Fernseher zu sitzen.

  2. 29. Januar 2009 um 19:38 — Antworten

    Nun ja, Barack Obama ist der erste schwarze Präsident der USA. Das ist schon was besonderes, wenn man die Geschichte der USA kennt.

  3. Sven
    4. Februar 2009 um 07:28 — Antworten

    Für Amerika mag es stimmen, dass dieses Ereignis besonders wichtig ist, für eine Abstimmung in Deutschland scheint jedoch der zeitliche Faktor starken Einfluss zu nehmen. Ich denke gleiche Umfrage 1 Jahr später und er taucht dort gar nicht mehr auf. Die persönliche Wahrnehmung wird doch stark durch den zeitlichen Bezug bestimmt.

    Mich wundert, dass weder Internetblase noch Finanzkrise vorkommen.

  4. seb
    6. Februar 2009 um 11:06 — Antworten

    Da muss ich Sven zustimmen. In den letzten Jahren waren haben viele einprägsamem Ereignisse stattgefunden, aber diese sind anscheinend nicht so namhaft. Ich persönliche finde die Wahl von Obama zum Präsidenten auch sehr eindrucksstark, aber uns Deutsche tangiert das ja nicht unbedingt.

  5. puuh
    6. Februar 2009 um 16:27 — Antworten

    also seb ,da muß ich dir einfach widersprechen. USA hat nach wievor Weltmachtstellung auf unserem Erdball und entscheidet mit amerikanischer Politik,Nato ,Uno und anderen internationalen Gremien nach wie vor über Krieg oder Frieden .Das hat georg W.Hush ja mit dem IRAK und Äfgänistän leider unter Beweis gestellt. das heißt ,das ein neuer President auch für uns neue Anforderungen bringt und unsere Kanzlerin mit Gefühl und sehr viel Diplomatie auf den OBÄMÄ reagieren sollte. Wenn Europa in 200 Jahren richtig vereint sein sollte und Russland noch kleiner wird ,dann wird USA vielleicht nicht mehr leader of the world,aber es könnte auch google werden.SAG MIR DEINE MEINUNG :

  6. Patrick
    7. Februar 2009 um 16:25 — Antworten

    Ich denke auch, dass der Fall der Mauer und der 1.11.2001 ganz weit vorne stehen müssen. Aber muss die Wahl von Obama zum US Präsident wirklich so weit vorne stehen? Klar herscht derzeit viel Euphorie, aber da gibt es doch deutlich einprägsamere Ereignisse in den letzten Jahren.

  7. Whykiki
    18. Februar 2009 um 14:05 — Antworten

    Hi,

    ich finde auch, dass die Wahl von Obama bei weitem nicht so interessant ist/war, wie viele andere Ereignisse in den letzten Jahren. Noch mehr verwundert mich allerdings, dass da wirklich Boris Becker auftaucht. So was merken sich die Leute??
    Tja, das kommt davon, wenn man ständig so viel Fernseh guckt…lieber mal ein Buch lesen ;-))

  8. Rene
    20. Februar 2009 um 09:38 — Antworten

    Barack Obama finde ich ja auch gut, er tritt nur ein schweres Erbe an und muß sich beweisen. Trotzdem finde ich den Hype ein wenig übertrieben. Die große Begeisterung solte sich auch ein wenig auf wirklich wichtige Dinge verlagern.

  9. Yannick
    20. Februar 2009 um 20:45 — Antworten

    Boris Becker gehört da natürlich wirklich rein *gg*

  10. Martha
    21. Februar 2009 um 07:45 — Antworten

    Ich finde nicht das der Fall der Mauer ein wichtigeres Ereignis in der Weltgeschichte war. Eher Barack Obama ist ein Ereignis das man nie zu hoffen gewagt hätte und die Vorfahren von Barack Obama wahrscheinlich auch nicht. Er hatg war geschafft das EINZIGARTIG ist und bleibt.

  11. Kevin
    23. Februar 2009 um 16:26 — Antworten

    Tja, da sieht man mal das einige wenige Medienmogule es tatsächlich schaffen, die Meinung ganzer Nationen zu manipulieren.
    Obama ist kein Heilsbringer, sondern ein relativ unerfahrener Politiker der aus dem nicht kam. Wie der Präsident werden konnte? Naja, man schaue sich seine Geldgeber und dann die Medienkampganen an, die ihm unerhört viel Vorschußlorbeeren eingeräumt haben.

    Diese Wahl war ein künstlich erzeugter Hype, mitnichten hat Obama die Wahl gewonnen, höchstens seine Wahlberater. Aber das Theater kennt man ja seit langer Zeit in den Wahljahren, die Amis machen es einfach noch besser als wir.

    Der Fall der Berliner Mauer war hingegen tatsächlich ein für uns bewegender Moment. Mag man persönlich zu stehen wie man will, die Verbrüderung einer zuvor gespaltenen Nation, durch Besetzermächte kann man kaum gleichstellen mit so etwas unwichtigem wie der Wahl eines Präsidenten.

    Glaubt hier wirklich jemand USAs Präsidenten entscheiden selbstständig? Und selbst wenn, entscheidet er besser weil er dunkle Haut hat? Lächerlich, genau wie das Theater um Angela Merkel, an das man sich bezeichnenderweise ja schon nicht mehr erinnert ;-D

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